Die Führungsprinzipien – !dieser Text ist noch nicht korrigiert!

Die Führungsprinzipien sind die Grundlage der Mitarbeiterführung. Deshalb ist es wesentlich sie nicht mir Strategien oder inneren Einstellungen zu verwechseln.

Von Zeit zu Zeit höre ich, dass es in der Mitarbeiterführung die verschiedensten Führungsprinzipen gäbe. Mal sind es fünf, mal noch mehr.

Zu diesen angeblichen Prinzipien zählen, je nach Schule, das Vertrauen, die Fokussierung, die Ermutigung, die Umsichtigkeit, der Respekt, die Sicherheit, das Nutzen von Stärken anstelle dem Ausbügeln von Schwächen.

Aber sind das wirklich Prinzipien? Wohl kaum. Denn die zugvorgenannten Begriffe stehen für innere Haltungen oder für Vorgehensweisen bzw. Strategien und eben nicht für Prinzipien. Auch wenn ich oben genannte Strategien für absolut hilfreich in der Mitarbeiterführung halte, ist es mir wichtig, sie von Prinzipien zu unterscheiden. Es ist mir auch deshalb wichtig, weil ich nicht denke, dass es vertrauensbildend ist, einem anderen oder auch sich selbst ein X für ein U vorzumachen. 

Meines Erachtens gibt es nur drei Führungsprinzipien. 

Diese nenne ich „Ziel“, „Ist-Zustand“ und „Verbindung“. Im Folgenden werde ich darlegen, warum ich von genau drei Führungsprinzipen und nicht mehr ausgehe und was der Nutzen für Sie ist, wenn Sie das ebenfalls tun.

Zunächst eine entscheidende Frage: Warum ist es mir wichtig zwischen Strategien und Prinzipien zu unterscheiden?

Bevor ich diese Frage hier beantworte, ist es erfahrungsgemäß hilfreich, eine andere Frage zu klären: 

Wie denken Sie? 

Bei dieser Frage kann man schon mal ins Grübeln kommen ;). Lassen Sie sich Zeit. Denn gemäß meiner Erfahrung hat kaum jemand je darüber nachgedacht, woraus sein Denken besteht.

Machen wir es kurz: Sie werden, wie allen Menschen in Bildern und in Worten denken. Vielleicht zusätzlich noch in Gefühlen. Wobei ich annehme, dass die Gefühle eher eine Folge der Bilder und Worte sind. Wobei letztere sowohl als Monolog als auch im inneren Dialog im Kopf auftauchen können.

Wenn Sie beispielsweise an ein Fahrrad denken wollen, brauchen Sie kein Wort dazu. Um Auto zu denken, genügt es sich ein Bild von einem Fahrrad zu machen. Das ist bei allen konkreten Dingen, also bei allem, was eine räumliche Form besitzt so.

Wollten Sie aber beispielsweise an „Führung“ oder „Mut“ denken, wird ein Bild nicht genügen. Sie brauchen eine Definition. Denn „Führung“ und „Mut“ können Sie nicht sehen, weil „Führung“ ebensowenig eine räumliche Form besitzt wie „Mut“. Um an Abstraktes denken zu können, müssen Sie also auch in Worten denken können. Deshalb sagt wohl Wittgenstein: „Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt.“

Beachten Sie bitte, dass diese Aussage ausschließlich bei abstrakten Themen gilt. Denn wenn man etwas nicht sehen, nicht anfassen kann, braucht man Worte um es zu beschreiben. Bei Konkretem braucht man zum Denken keine Sprache. Hier kommt man mit Bildern zurecht. Bei Konkretem sind die Grenzen unserer Welt eben nicht die (verbale) Sprache. Hier ist es die visuelle Vorstellungskraft. 

Nachdem wir unsere Gedanken in die bildlichen und in die verbal-sprachlichen Gedanken differenziert haben, folgt nach einer Anmerkung ein weiterer Schritt zum Erkennen der wirklichen Führungsprinzipien. 

Anmerkung:

Vielleicht fragen Sie sich, weshalb es mir wichtig ist Ihnen die wirklichen Führungsprinzipien bewusst zu machen? Zunächst liegt mir die Entwicklung der Gemeinschaft der Menschen am Herzen. Deshalb habe ich mich übrigens auch für meinen Job als Führungsberater und Coach entschieden. Des Weiteren zeigt die Erfahrung der Anwender, das es deutlich wirkungsvoller ist universelle Strukturen als Grundlage zu verwenden, als wenn man bereits bei den Grundlagen die Dinge durcheinander haut. Denn Prinzipien sind, wie ich gleich zeigen werden die Grundlagen für alle weiterführenden Schritte. 

Wenn man etwas Sinnvolles tun will, sollte man also schon auf festem Grund stehen.

Was ist ein Prinzip?

Kommen wir zunächst zu dem allgemeinen Begriff „Prinzip“. Der Duden schreibt dazu:

  1. Regel, Richtschnur 
  2. Grundlage, Grundsatz 
  3. Gesetzmäßigkeit, Idee, die einer Sache zugrunde liegt, nach der etwas wirkt; Schema, nach dem etwas aufgebaut ist

Da mir Verständlichkeit und Praxisnähe am Herzen liegen, mache ich es so einfach wie möglich: Für mich ist ein Prinzip einen grundlegende, ohne Ausnahme geltende Gesetzmäßigkeit.

In diesem Sinne ist die Gravitation – beispielsweise die Erdanziehungskraft – ein Prinzip.

Denn sie wirkt überall auf dieser Erde und soweit wir wissen, überall im Universum.

Ein Prinzip hat keine uns bekannte Ursache. Wir können zwar fragen, „Warum gibt es Gravitation?“, aber eine zufrieden stellende Antwort auf diese Frage hat noch keiner gefunden. Trotzdem wirkt die Schwerkraft.  

Betrachten wir im nächsten Schritt das Grundprinzip unserer Welt. 

Mir ist klar, dass das Wort Grundprinzip doppelt gemoppelt ist, wenn man unter Prinzip eine „grundlegende Gesetzmäßigkeit“ versteht. Dennoch nenne ich es Grundprinzip, da es auf alles in unserer Welt und in unserem Leben wirkt. 

Wenn das, was ich hier gleich beschreiben werde, tatsächlich das Grundprinzip unserer Welt ist, muss es sowohl im kleinsten Teilchen, wie auch im komplexesten Prozess und in allem was dazwischen ist, und das immer und überall erkennbar sein.

Betrachten wir deshalb zuerst, was man allgemein als das kleinste Teilchen bezeichnet, das Atom. Hierbei ist mir bewusst, dass es keinesfalls sicher ist, dass das Atom überhaupt ein Teilchen ist. Denn bei dem klassischen Doppelspaltexperiment verhält so ein Atom sich manchmal wie eine Welle, eine elektromagnetische Schwingung. Das ist übrigens sogar bei einigen Molekülen so! (Moleküle bestehen aus Atomen)

Das Atom besteht, darüber ist man sich weitestgehend einig, aus einem elektrisch positiv geladenem Kern und einer, wie auch immer gearteten, negativen Hülle. Machen wir es uns einfach und sagen anstatt Hülle, eines oder mehrere den Kern „umkreisenden“ Elektronen. Wir betrachten hier, um diesen Text verständlich zu halten, das einfachste Atom, das Wasserstoffatom. In seiner „Hülle“ befindet sich nur ein Elektron. 

Was geschieht, wenn wir dieses Elektron von seinem Kern entfernen? Das Elektron hat nichts anderes im Sinn, als wieder zurück zu Kern zu gelangen.

Aber was geschieht, wenn das Elektron wieder bei seinem Kern angekommen ist? Verschmilzt es mit ihm? Nein. Es nähert sich ihm nur bis zu seiner „Umlaufbahn“. Es schafft es nie bis zum Kern vorzudringen. Denn im Atom wirkt eine Kraft, die das elektrisch negativ geladene Elektron und den positiv geladenem Kern auf Distanz halten.

Plus und Minus bleiben somit in einem Atom „getrennt“.

Uns muss klar sein, dass die gesamte uns bekannte Welt auf Atomen aufgebaut ist. Denn in allem was nach den Atomen entstanden ist, wie das biologische Leben und unsere Gedanken, wirkt dieses Prinzip der „Trennung“, das bereits im Atom wirkt.

Für dieses „Prinzip der Trennung“ gibt es die verschiedensten Begriffe in wohl allen Sprachen dieser Welt. Wir sagen beispielsweise dazu: 

Polarität. Unsere Erde besitzt einen Nord- und einen Südpol. Die Elektrotechnik hat Plus und Minus. Die IT Null und Eins. Oder man sagt 

Dualität. Hier fällt mir die Welle-Teilchen-Dualität des Lichts oder des Atom selbst ein. Oder wir sagen auch: 

Jedes Ding hat zwei Seiten. Und wir wissen, dass manche Dinge auch mehr als zwei Seiten haben. Oder 

alles ist relativ. Denn alles in dieser Welt bezieht sich auf irgendetwas anderes. Unser gesamtes Denken basiert auf Relationen.

Oder Yin und Yang und sicher gibt es noch ganz viele andere Begriffe, die das Grundprinzip unserer Welt ebenfalls beschreiben.

Denn es gibt immer mindestens zwei. Zwei Gegensätze oder zwei Aspekte, die einander ausschließen. So gibt es Mann und Frau, oben und unten, links und rechts, Gut und Böse, Richtig und Falsch, Krieg und Frieden, Geburt und Tod, hell und dunkel …

Wenn dieses „Grundprinzip“ immer und überall gilt, dann muss es, wie bereits erwähnt, nicht nur im kleinsten Teilchen sondern auch im größten Prozess und in allem was dazwischen existiert gelten. 

Hierzu zwei Beispiele:

Was glauben Sie passiert, wenn Sie öffentlich eine Meinung äußern? Sie müssen gar nicht lange warten. Irgendjemand wird eine gegenteilige Meinung äußern!

Vor 1989 gab es die NATO und den Ostblock. Beide standen sich polar gegenüber. Stichwort: kalter Krieg. Dann löste sich der Ostblock auf. Damals hoffte ich noch, dass wir zukünftig in einer konfliktfreien Welt neben können. Wie naiv ich damals war. Denn sofort nachdem der eine „Pol“, der Ostblock von der Bildfläche verstand, entstand ein neuer „Pol“. Der Terrorismus der sich heute so gegen die „westliche Welt“ richtet, wie es damals dem Ostblock zugeschrieben wurde. Dabei fällt auf, dass sich selbst diese beiden „Pole“ in sich uneins sind. 

Wir können also modellhaft davon ausgehen, dass unsere Welt aus vielen, sehr vielen „Teilchen und Teilen“ besteht, die miteinander interagieren, die sich gegenseitig beeinflussen, ausschließen, anziehen oder abstoßen. 

Etwas was tatsächlich EINS ist, was HEILIG ist, sich auf nichts bezieht, sich nicht aus Einzelteilen zusammensetzt, gibt es in unserer Welt überhaupt nicht. Alles was es gibt, basiert auf dem Grundprinzip. Und was nicht auf ihm basiert, das gibt es nicht.

Dass das so ist, zeigt auch die Wissenschaft der Wahrnehmung: Unserer gesamte Wahrnehmung funktioniert nur aufgrund von Unterschieden.  (Beau Lotto Link)

Natürlich ergibt dieses einfache Grundprinzip eine hoch komplexe Gemengelage. Um in dieser Komplexität so etwas wie eine Orientierung, einen Überblick zu erhalten ist es enorm hilfreich, eine strukturierende Strategie zu berücksichtigen. 

Matthias Varga von Kibed sagt dazu: 

Es geht um die Trennung des Vermengten und um die Einbeziehung des Ausgeschossenen. 

Anders formuliert könnte man sagen: Wir sollten alles differenziert betrachten und das, was wir bei dieser Betrachtung bislang unberücksichtigt ließen mit einbeziehen.

Dieser Satz gilt, weil das menschliche Gehirn es sich gern einfach macht.

Einerseits haut es gern Dinge in einen Topf, die differenziert betrachtet, vollkommen unterschiedlich sind. 

Beispiel. Mache Zeitgenossen glauben Führung sei nur ein anderes Wort für Managen. Wenn man das glaubt, hat man ein ähnliches Problem als glaubte man links sein nur ein anderes Wort für rechts, oder Weg sein nur ein anderes Wort für Ziel.

Andererseits schließt unser Gehirn gern Dinge aus. Das mag, wie alles andere auch bewusst oder unbewusst geschehen. So wissen die allermeisten Menschen mit denen ich je geredet habe nicht das Gegenteil von Mut zu benennen. Sie kennen es einfach nicht. Es ist ihnen, wie es auch bei mir in der Vergangenheit war, einfach nicht bewusst. Sie können diesen Begriff nicht sprechen, weil sie ihn nicht denken können. Und sie können ihn nicht denken, weil sie kein Wort dafür haben. Denn der gesuchte Begriff ist in der Regel nicht im aktiven Sprachschatz unserer Gesellschaft vorhanden. Das Gegenteil von Mut heißt Demut.

Gib mir den Mut und die Kraft, die Dinge zu verändern, die ich verändern kann.

Gib mir die Demut und die Geduld, die Dinge zu ertragen, die ich nicht verändern kann.

Und gibt mir die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Mit diesen Grundlagen 

kommen wir zum Kern

kommen wir zu den Führungsprinzipien. Wie der Name schon sagt, müssen die Prinzipien der Führung immer und überall bei jeder Art der Führung gelten, wenn es denn wirklich die „Prinzipien“ und keine Strategien der Führung sein sollen. 

Um Ihnen einen einfachen Zugang zu ermöglichen, lade ich Sie zu einem gedanklichen Experiment ein:

Stellen Sie sich vor, ich wäre Ihr Chef und Sie eine meiner Führungskräfte. Wir beide stehen zusammen mit unserem neuen Mitarbeiter in einem gut 50 Quadratmeter großen Raum. Der neue Mitarbeiter ist blind und taub aber kooperativ. Der Raum ist bis auf eine Garderobe ist unmöbliert. Ich gebe Ihnen den Auftrag: Bitte führen Sie den neuen Mitarbeiter.

Als kluge Führungskraft würden Sie natürlich sofort erkennen, dass meine Anweisung unvollständig ist, und mich fragen: „Wohin soll ich denn den neuen Mitarbeiter führen?“ Ich würde in unserem Beispiel antworten: „Führen Sie den neuen Mitarbeiter bitte zur Garderobe.“ 

Ihnen wird, da ich dieses Szenario so gestrickt habe, nichts anderes übrig bleiben, als zum neuen Mitarbeiter hinzugehen. Da er blind und taub, und wie Sie wissen kooperativ ist, fassen Sie ihn respektvoll an die Schulter oder an seinen Arm und führen ihn umsichtig und sicher zur Garderobe.  

An diesem einfachen Szenario können wir bereits die universell geltenden Führungsprinzipien erkennen.

Zwischenbemerkung: Wie bei allen Prinzipien gibt es – Sie haben das am „Grundprinzip“ erkennen können, verschiedenste Begriffe für ein und die selbe Sache.

Die Führungsprinzipien sind aus dem Szenario ableitbar. Und um erfolgreich zu führen, müssen sie „prinzipiell“ nur das tun, was Sie in obigem Beispiel bereits getan haben.

1. Sie müssen wissen, wohin Sie den oder die anderen führen wollen oder sollen. Sie sollten also das gewünschte Ergebnis kennen und es anstreben. 

Bei diesem Prinzip geht es um das „Ziel“, um das also, was erreicht werden soll.

Andere Begriffe dafür sind: Das Resultat, das, was wir erreichen wollen, der Sinn, der Zweck, die Absicht, das gewünschte Ergebnis …

Tip: Hilfreich ist es, wenn Sie das Ziel zuvor mit Ihren Mitarbeitern absprechen und ihr Einverständnis dazu einholen. Das ist übrigens recht einfach, wenn man weiß, wie es geht.

Eine Schritt für Schritt Anleitung hierzu finden Sie im zweiten Teil meines Buches „Der Urmensch im Zirkuszelt – sich selbst und andere sinnvoll führen

2. Sie sollten den anderen dort abholen wo er ist. Hierbei geht es um seine Fähigkeiten, seinen mentalen Zustand, seine Motivationslage, seinen Gesundheitszustand und einiges mehr. 

Zu diesem Prinzip sage ich „Ist-Zustand“.

Andere Begriffe dafür sind: Der Status-Quo, die Gegebenheiten, die Ausgangssituation, die Sachlage…

3. Ebenso unabdingbar, wie Punkt 1 und 2, ist eine tragfähige Verbindung zu denen, die Ihnen folgen sollen. Wenn Sie dann noch eine Ahnung davon haben, welchen Weg man gehen könnte, ist das nicht schlecht, aber nicht ganz so wichtig, denn Sie haben ja Mitarbeiter, die ebenso wie Sie, gute Ideen dafür haben könnten, wie man das Ziel am besten erreicht. Viele Wege führen nach Rom.

Zu diesem Prinzip sage ich „Verbindung“

Andere Begriffe dafür sind: Kommunikation, Beziehung, Weg, Strategie, Vorgehensweise…

Obwohl sich hinter den Begriffen „Ziel“, „Ist-Zustand“ und „Verbindung“ jeweils ein kleines Universum verbirgt, habe wir mit diesen drei Begriffen die Führungspinzipien vollständig erfasst. Mehr gibt es nicht, weniger auch nicht.

 

Damit wir sicher sein können, dass ich hier nicht ebenfalls Prinzipien mit Strategien, inneren Haltungen oder mit etwas anderem verwechsle, lassen Sie es uns testen. Denn wenn die genannten drei Begriffe tatsächlich die Führungsprinzipien sind, müssen sie sich auf jede beliebige Führungssituation übertragen lassen. 

 

Beispiel 1: Die Wandergruppe.

Wenn Sie eine „geführte“ Wanderung unternehmen wollen, wäre es, wenn denn die Wanderung im Sinne aller Teilnehmer als erfolgreich beurteilt werden soll, unabdingbar, wenn Sie gemeinsam, oder zumindest der Wanderführer das Ziel der Wanderung kennen würden.

Für den Erfolg ebenso unabdingbar ist, dass der Wanderführer weiß, über welche Fitness bzw. über welche Einschränkungen, welche Ausdauer, welche Ausrüstung usw. die Teilnehmer der Wandergruppe verfügen. Auch wäre es hilfreich, wenn er den Wetterbericht kennen würde. Er sollte also den Ist-Zustand kennen.

Läuft der Wanderführer nun vorweg und bekommt nicht mit, ob ihm alle folgen können, wäre die Chance einer erfolgreichen Führung eher gering. Er braucht also unbedingt eine „Verbindung“ auch zum letzten Wanderer zu seiner Gruppe. 

Da haben wir sie wieder, die drei Führungsprinzipien. Ziel, Ist-Zustand und Verbindung.

 

Beispiel 2: Das Navigationsgerät.

Wenn Sie mit Ihrem Auto unter Zuhilfenahme eines Navigationsgerätes fahren wollen, lassen Sie sich von Ihrem Navi führen. Und natürlich nutzt auch Ihr Navi die Führungsprinzipien.

Bevor Sie losfahren, geben Sie das Ziel ein. Währen Sie das tun stellt das GPS fest, wo Sie sich gerade befinden. Wenn dem Gerät Ist-Zustand und Ziel klar sind, berechnet es entsprechend der Voreinstellungen (Mautstraßen vermeiden usw.) die Verbindung.

Und da haben wir sie erneut: Die drei Führungsprinzipen. 

 

Die Führungsprinzipien sind die Grundlage der Mitarbeiterführung. Deshalb ist es wesentlich sie nicht mir Strategien oder inneren Einstellungen zu verwechseln.

 

Nun kommen wir zurück zu dem, was einem so alles erzählt wird. 

Nehmen wir zunächst das Vertrauen. Angeblich sei Vertrauen ein Prinzip der Mitarbeiterführung! Wie Ihnen bereits mitgeteilt, ist Vertrauen aus meiner Sicht kein Prinzip sondern eine auf Erfahrung und der daraus resultierenden Erwartung entstehende innere Haltung gegenüber einem Menschen oder einer Sache. Der Aufbau von Vertrauen in der Mitarbeiterführung ist zudem eine Strategie, ein Weg, eine Möglichkeit um eine tragfähige Beziehung  (Verbindung) beispielsweise zu oder zwischen Mitarbeitern aufzubauen. Siehe auch Blog Beitrag „Der Ursprung des Misserfolgs“.  Ebenso kann man sich den Aufbau von Vertrauen zum Ziel setzen. Auch kann Vertrauen oder sein Gegenteil das Misstrauen, zum Ist-Zustand gehören.

Betrachten wir die Konzentration, die ebenfalls von manchem zum Prinzip erklärt wird. Würde Konzentration ein Prinzip sein, dann müsste sein Gegenteil, also so etwas wie Unkonzentriertheit, so etwas wie „Offenheit“ und „Überblick“ Gift für die Führung sein. Das das Unsinn ist, brauche ich wohl nicht auszuführen. Konzentration, Offenheit und Überblick sind, je nach Ist-Zustand und der Qualität der Verbindung geeignete Strategien um das gemeinsame Zeil zu erreichen. Mehr nicht. 

Ebenso wird der Beitrag zum Ganzen als Prinzip verkauft. Der Beitrag zum Ganzen liegt mir wie ich bereits schrieb sehr, sehr am Herzen. Er gehört in meiner Welt allerdings zum Ziel. Dazu sollte man sich jedoch fragen: Will die Führungskraft oder das Unternehmen überhaupt ein Beitrag zum Ganzen leisten? Und falls ja, woran kann man das erkennen? 

Selbst das Nutzen von Stärken anstatt das Fördern von Schwächen ist nichts weiter als eine Strategie um ein Ziel zu erreichen.

Ebenso ist es mit der Ermutigung und den anderen zu Anfang genannten Begriffen. Sie sind mögliche Wege, Strategien um Ergebnisse zu erreichen. Nichts weiter.

Hingegen bieten die drei von mir bereits 1999 entdeckten Führungsprinzipen handfeste Vorteile. Man kann sie überall und nicht nur in der Mitarbeiterführung nutzen.

Oder wenn z.B. der Tänzer die Tänzerin führt, weiß er zumindest unbewusst, wo er sie hinhaben will. Er holt sie genau dort ab wo sie ist und er hält stets eine für seine Zwecke dienliche Verbindung zu ihr. 

Auch der Hausmann oder die Hausfrau nutzen die drei Führungsprinzipien. Wer einen Haushalt führen will, muss wissen, wie dieser Haushalt im Optimalfall aussehen soll (Ziel). Er oder sie muss den Dreck in den Ecken und auf den Schränken ebenso erkennen, wie ein Mangel oder Überfuss an Vorräten im Kühlschrank (Ist-Zustand). Nun muss er so handeln, dass er den Ist-Zustand in den Ziel-Zustand verwandelt (Verbindung). Voilà. So geht gute Haushaltsführung ;).

Wenn man im Leben gerade mal nicht so gut zurecht kommt, kann man sich beispielsweise fragen: 

Was will ich eigentlich? (Ziel) 

Wo stehe ich gerade? (Ist-Zustand)

Welchen Weg kann ich einschlagen? bzw. Zu welchen Menschen sollte ich eine tragfähige Verbindung aufbauen? (Verbindung)

Auch die Lebensführung unterliegt den gleichen Prinzipien wie jegliche andere Form der Führung.

Um in den Bereich der Mitarbeiterführung zurückzukehren. Hier kann sich die Führungskraft oder aber auch die „Geführten“ fragen: Ist das Ziel klar? Wie kennen wir den Ist-Zustand, also die Gegebenheiten vor Ort und wie tragfähig ist unsere Verbindung – sei es der Weg den wir gerade beschreiten oder aber die persönliche Beziehung zwischen Chef und Mannschaft. 

Die Antworten auf diese drei Fragen machen in der Praxis wirklich Sinn, da sie zeigen, welches Prinzip zu wenig oder gar nicht berücksichtigt worden ist und was man nun, nachdem einem das bewusst ist, besser machen kann. 

Hat man diese drei Begriffe – Ziel, Ist-Zustand und Verbindung – einmal begriffen, ist schlichtweg das Leben einfacher und das nicht nur für Mitarbeiter und Führungskräfte. Denn das Alleinstellungsmerkmal von Prinzipien ist: Sie gelten immer und überall. Ausnahmslos. 

Die Führungsprinzipien gelten dem entsprechend auch in der Politik.

Auf welche Antwort kämen Sie, würden Sie sich fragen: Was ist das Ziel des Landes in dem Sie leben? 

Sollten Sie in einem Land leben, in dem gar nicht miteinander beschlossen worden ist, wohin es in der Zukunft gehen soll, können Sie berechtigte Zweifel daran haben, dass das Land da ankommt, wo Sie und die Mehrheit der Bürger es in Zukunft gerne sehen würden.

Auf welche Antwort kämen Sie, würden Sie sich fragen: Wie gut kennen unsere Politiker den Ist-Zustand in diesem Land?

Auf welche Antwort kommen Sie, würden Sie sich fragen: Wie tragfähig ist die Verbindung (Beziehung) der Entscheider zu den in diesem Land lebenden Menschen?

Viel Spaß beim Nachdenken 😉

Bitte seien Sie nicht allzu frustriert, wenn Sie sich Ihre Antworten zu den drei Fragen in Bezug auf die Politik betrachten. Denn die „Führungsprinzipien“, so wie ich Sie Ihnen hier vorgestellt habe, kennt sicher kein einziger Politiker. Also: Die geben ihr bestes. Was Politier nicht wissen, können sie naturgemäß nicht berücksichtigen. 

Wissen ist Macht. Wir wissen nicht viel. Macht nicht viel. 

Anmerkung zu den Inhalten:

Einerseits kann man das, was ich Ihnen in diesem Blog als Wissen anbiete, durchaus als „Geheimwissen“ bezeichnen. Denn, die Zusammenhänge die ich hier beschreibe sind so gut wie niemanden bewusst.

Andererseits ist ein großer Teil dieses „Geheimwissens“ banal. Wenn man sich dieses Banalen jedoch bewusst ist und es anwendet, ist man überproportional erfolgreich. Und das nicht nur in harter Währung gemessen. 

Hinweis: 

Weder hier in diesem Blog noch in meine Coachings und Veranstaltungen sage und schreibe ich die Wahrheit. ABER: Ich lüge Sie sicher auch nicht an. Denn ich schreibe und sage nicht die Wahrheit, weil ich die Wahrheit nicht kenne. Ich kenne nur meine Sichtweise und die einiger anderer Menschen. Und diese Sichtweisen sind, das weiß ich von sehr vielen Kunden, erstklassig dafür geeignet um überproportional wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein.

Aber ich kenne Menschen, die behaupten, die Wahrheit zu kennen. Dabei fällt auf, dass andere Menschen genau das Gegenteil von dem was manche als Wahrheit bezeichnen behaupten und es ebenfalls als Wahrheit deklarieren. In so fern kann ich mir nicht vorstellen, dass die eine dieser als Wahrheiten angepriesenen Sichtweisen die Wahrheit ist.